Kommentar zu den Staukosten

Von Schnellschüssen und Lückenschlüssen

Klartext von Redaktor Marco Huber darüber, weshalb es nicht nur Zeit raubt, wenn Autos lange Kolonnen bilden.

von
Marco
Huber
Uhr

Staus wie hier am Gotthard kosten jedes Jahr Milliarden. (Bildmontage: Sandra Baur)

Die Bilder gleichen sich. Zu Beginn und gegen Ende der Sommerferien herrschen auf der Autobahn kilometerlange Staus. Stetes Hauptnadelöhr: der Gotthard. Wenn sich Auto an Auto reiht und praktisch nichts mehr geht, geht Zeit und Geld verloren.

Kürzlich hat das Bundesamt für Raumentwicklung erechnet wie viel die Blechlawinen jährlich kosten. Fast 2 Milliarden Franken. Die Summe setzt sich aus Zeitkosten, die Verkehrsteilnehmer im Stau verbringen sowie Umwelt-, Klima-, Energie und Unfallkosten zusammen. Dieser Gesamtbetrag ist in den letzten Jahren angestiegen.

Noch massiver sind die Folgekosten. Diese liegen bei knapp 13 Milliarden Franken pro Jahr. Das ist mehr, als der Bund 2017 für Bildung, Forschung und Landesverteidigung ausgegeben hat. Das muss uns zu denken geben. Aus wirtschaftlicher, aber auch aus umweltpolitischer Sicht.
Teils ist die Situation für Berufs- und Individualverkehr inakzeptabel - vor allem im Mittelland. Das Problem sind die Hauptverkehrszeiten. Dort gilt es anzusetzen, um die immensen Kosten einzudämmen.

Der Bund will, dass auf den Autobahnen zur Stosszeit Tempo 80 gefahren wird. Damit werde der Abstand zwischen den Autos reduziert, der Verkehr flüssiger und es komme zu weniger Unfällen. Studien von Verkehrswissenschaftlern belegen, dass Tempo 80 die ideale Höchstgeschwindigkeit wäre, um den Verkehr flüssiger fliessen zu lassen.

Genau in die andere Richtung zielt nun aber ein Vorschlag der Jungen SVP Bern. Die Jungpartei will auf einem Autobahnabschnitt testweise Tempo 140 einführen. Dies würde angeblich dazu führen, dass die Leute schneller ans Ziel kämen und am Steuer erst noch konzentrierter wären.

Verkehrspsychologen und Roadcross widersprechen. Schneller ist nicht unbedingt schneller und sicher nicht sicherer. Steigt die Höchstgeschwindigkeit, steigt das Unfallrisiko. Vorsicht also vor solchen Schnellschüssen. Das Zauberwort heisst Geschwindigkeitsharmonisierung. Im Stau sind Fahrzeugen mit Temporegulierungen von 100 oder 80 Stundenkilometern oft flüssiger unterwegs. Diese einfache und effektive Massnahme kann problemlos auf andere Autobahnstrecken übertragen werden.

Ohne Investitionen in die Infrastruktur wird es aber nicht gehen. Diese beinhalten die Fertigstellung des Nationalstrassennetzes und Lückenschlüsse in der Agglomeration wie sie Bund und Kantone vorantreiben. Um den CO2-Ausstoss zu senken sind verbindliche Grenzwerte für Fahrzeuge nach europäischen Standards unabdingbar. Das spart längerfristig Zeit und Geld im Strassenverkehr. 

Autor: Marco
Huber

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