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Bryan Adams – die ultimative Show in Zürich

In dieser schnelllebigen Welt, in der wir uns heutzutage bewegen, gibt es nur noch wenige Konstanten. Eine davon ist Bryan Adams. Auf die letzten zehn Jahre gesehen war der Mann aus Kanada sage und schreibe 18-mal zu Gast in der Schweiz. Man könnte meinen, wir hätten langsam genug von Liedern wie «Summer Of 69» und «Run To You». Oder doch nicht?

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(Foto: zvg)

Am letzten Mittwoch war ich Zeuge davon, wieso das eben nicht so ist und wieso man ihn schon fast als Lieblingskanadier der Schweizer bezeichnen kann. Letztes Jahr, als sein neues Album «Get Up» in den Startlöchern war und zum ersten Mal einen Hauch Rockabilly mit sich brachte, war ich bereits im Hallenstadion anwesend und war begeistert. Dieses Jahr ist unser Mann aus Übersee mit seiner «Ultimate Tour» und dem dazugehörigen Best-Of Album «Ultimate» auf Tour in Europa, und ich war etwas skeptisch, ob man mit aufgewärmter Kost wieder und wieder die Massen mitreissen kann.

Sträflich wurde ich eines Besseren belehrt. Der Anfang mit «Ultimate Love» war eher etwas plätschernd. Wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass niemand diesen brandneuen, aber durchaus sehr dynamischen Song richtig kannte. Spätestens beim dritten Song «Run To You» wurde die Stimmung etwas ausgelassener. Vielleicht eine Spur zu weich gespielt hatte ich bereits Angst, Adams könnte etwas gealtert sein. Aber die vegane Ernährung scheint ihm doch gutzutun und spätestens bei «It’s Only Love» vergass man glatt, dass der gute Mann dieses Jahr 59 wird.

Stilsicher und dynamisch

Es folgte eine Rockabilly Nummer namens «You Belong To Me», bei der es für die Leute im Stadion kein Halten mehr gab. Nachdem das Publikum die letzten Hemmungen verlor, war es Zeit für seinen Megahit «Summer Of 69». Inbrünstig sangen die Leute mit und schwelgten in Erinnerungen.

Um die Menge wieder etwas herunterzukühlen, folgten akustische Versionen von «Here I Am» (bekannt aus Spirit – Der wilde Mustang) und «When You’re Gone». Es folgten Hits an Hits und spätestens mit «18 Till I Die» glaubte es auch der Hinterletzte im Stadion. Der Mann wirkt zwar wie ein gepflegter, stilbewusster, älterer Gentleman, aber doch kann er noch hüpfen und rennen, wie eine junge Gazelle. Mit seinen neuen Songs brauchte er sich zudem überhaupt nicht zu verstecken, und passend dazu machte er mit seinem neuen Song «Brand New Day» vom letzten Album den Sack zu, ehe es zur Zugabe kam.

Zur allgemeinen Überraschung gab es bei der Zugabe unter anderem ein Cover von «I Fought The Law» von den Crickets und ein Cover vom irischen Klassiker «Whiskey in the Jar». Anschliessend gestand Adams dem Publikum herzzerreissend, dass an einem 20. Juni sein Vater verstarb und er das Lied «Straight From The Heart» ihm widmen wird, und das Publikum klatschte und sang mitfühlend mit. Zum Ende des über die ganze Linie überzeugenden und gelungenen Konzerts, vereinigte Adams die Menge mit «All For Love» und einem Meer an Handy-Lichtern. Der Gentleman aus Kanada bedankte sich und hinterliess ein begeisternd applaudierendes Publikum.

Die treue Seele

Mein persönliches Highlight während der ganzen Show, welches ich noch erwähnen möchte, war jedoch Adams‘ ewiger Gitarrist Keith Scott. Nicht der virtuoseste Gitarrist, aber verdammt, der Mann weiss einfach, wo ein cooles Riff oder ein Lick hingehört. Vor allem bei «It’s Only Love» zeigte er, was in ihm steckte und bretterte ein Solo nach dem anderen hin. Zudem waren die ständigen und erfrischenden Spässe mit Adams ein eindeutiges Zeichen und Sinnbild dafür, wieso Scott und Adams sich nach über 30 Jahren immer noch leiden können und zusammen ein absolutes Dreamteam sind.

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Autor: Mike Widmer

Kommentare

Frischer Wind bei Züri Ost toll geschrieben
mehr von Mike bitte 🎸🎶

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