Als der Freistoss-Spray beim FC Wald eingesetzt wurde

Im Züriost-Blog Einwurf dreht sich alles um die Fussball-WM in Russland. Unsere Redaktoren thematisieren Aufwühlendes, Kurioses, Witziges oder Nachdenkliches. Heute: Ein Blick zurück in die jüngste Vergangenheit des Freistoss-Sprays im Zürcher Oberland.

von
Mike
Gadient
Uhr

Seit vier Jahren ist er nun weltweit bekannt. Die Rede ist vom Freistoss-Spray, mit welchem die Schiedsrichter eine Linie einzeichnen können, damit die Spieler in der Mauer die Distanz von 9,15 Metern zum Ball einhalten. An den Public Viewings in der Region ist der Spray, der hauptsächlich aus Wasser und Butangas besteht, trotzdem immer wieder Gesprächsthema.

In Anbetracht der in Russland eingesetzten modernsten Technik (Videobeweis und Torlinientechnik) wirkt der Spray wie ein herkömmliches Hilfsmittel im Alltag. «Durch jedermann einsetzbar», wird sich auch ein Fan des FC Wald Ende Juni 2014 gedacht haben. Er sorgte dafür, dass der Freistoss-Spray wohl zum ersten Mal in der Schweiz eingesetzt wurde – und dann erst noch im Zürcher Oberland auf dem Walder Fussballplatz an der Lauppenstrasse.

Zuschauer spenden Applaus

In der 85. Minute der 3.-Liga-Partie Wald gegen Croatia staunten die Zuschauer damals nicht schlecht, als der Fan den Rasen betrat und dem Schiedsrichter unter die Arme griff. Beat Diggelmann ging auf den verdutzten Unparteiischen Musa Skender zu und sagte: «Nur einen Moment bitte». Dann markierte er mit einem herkömmlichen Rasierschaum den Ort des vorangegangenen Fouls sowie die Abstandslinie für die Zweimann-Mauer.

Spieler beider Teams und der Schiedsrichter nahmen Diggelmanns Aktion, welche vom Publikum lautstarken Applaus erntete, mit Humor.

Wenige Wochen später nahm Google den Input aus Wald auf (eine andere Erklärung gibt es nicht ;-)) und publizierte am 8. Juli 2014 dieses Video:

Den Spieler angesprayt

Während der Freistoss-Spray in der 3. Liga eine inoffizielle Schweizer Premiere feierte, wurde er zum Rückrundenstart der Saison 2014/2015 in der Super League und in der Challenge League eingeführt.

Erstmals kam der Spray im Jahr 2000 in Brasilien bei einem Pokalwettbewerb zum Einsatz. Drei Jahre später wurde er im Land der Pelés, Ronaldos und Neymars Pflicht. Nach mehreren Testphasen in amerikanischen Ligen, zückten die Schiedsrichter den Spray an der U-20-WM 2013 zum ersten Mal an einem globalen Turnier. Mittlerweile gehört der Spray wie die gelbe oder rote Karte zum Schiedsrichter. Allerdings beherrschen noch nicht alle den Umgang, wie ein aktuelles Beispiel aus einer Cup-Partie in Rumänien zeigt:

(Quelle: youtube/Mai 2018)

Autor: Mike
Gadient