Ach Akanji, warum stehst du Elvedi vor der Sonne?

Nati-Innenverteidiger Manuel Akanji holt sich für seine Auftritte gegen Brasilien und Serbien Bestnoten ab. An seinen Vorgänger Johan Djourou denkt niemand mehr – an den Greifenseer Nico Elvedi auch nicht.

von
Mike
Gadient
Uhr

Der Weg schien vorgezeichnet: Nico Elvedi würde an der Europameisterschaft 2016 erstmals Luft an einem Grossanlass schnuppern, um dann zwei Jahre später an der WM das Erbe von Johan Djourou antreten zu können. Dass der Greifenseer an der EM in Frankreich nie eingesetzt wurde, überraschte nicht. Denn erst im Mai 2016 war er bei der 1:2-Niederlage gegen Belgien erstmals für die A-Nationalmannschaft aufgelaufen.

Aber jetzt, da liesse sich der 31-Jährige Djourou doch verdrängen. Zumal dieser immer noch für einen haarsträubenden Fehler pro Spiel gut ist. Und sich Elvedi nach einer Schambeinverletzung anfangs Rückrunde 2017 stark zurückkämpfte und in der abgelaufenen Bundesliga-Saison 33 Spiele für Borussia Mönchengladbach bestritt.  2 Tore, 3 Vorlagen und 6 gelbe Karten sind seine statistischen Werte in 2917 Einsatzminuten.    

Akanjii ist auffälliger

In Russland hat Djourou noch keine Minute gespielt. Aber nicht der 21-jährige Elvedi ist sein Nachfolger, sondern Manuel Akanji. Der gebürtige Winterthurer war auf der Überholspur schlicht einen Tick schneller, als der um ein Jahr jüngere Elvedi.

Paco Sanchez, WM-Experte für Züriost und zukünftiger Trainer des FC Wald, im Video über die Oberländer Akteure Nico Elvedi und Remo Freuler:

(Video: Simon Grässle)

Und Akanji macht seine Sache – die Zürcher Oberländer Brille für einmal abgezogen – ausserordentlich gut, verdiente sich mit seinen Leistungen gegen Brasilien und Serbien die Bestnote. Der 1,86 Meter grosse Verteidiger glänzte mit seiner Übersicht und einem bestechend sicheren Zweikampf-Verhalten.

Akanji ist auffälliger im Aufbau, dadurch wirkt er offensiv gefährlicher als Elvedi. Deshalb kommt der Greifenseer nicht am aktuellen Spieler von Borussia Dortmund vorbei. Der Vorteil von Elvedi ist, dass er in der Verteidigung polyvalent einsetzbar ist. Sein Nachteil: Weder Fabian Schär, Ricardo Rodriguez, Stephan Lichtsteiner und dessen Ersatz Michael Lang zeigen zurzeit Schwächen. Zumindest für die Schweizer Defensive sind das schöne Aussichten.

Wie schwer das Leben eines Trainers sein kann, zeigt diese Züriost-Umfrage:

 
Autor: Mike
Gadient