Die grossen Fragen

Kinder stellen viele Fragen - aber nicht immer genau jene, die man in gewissen Situationen erwartet.

von
Manuel
Reimann
Uhr

Nicht nur für Kinder faszinierend: die Sternbilder. (Foto: Keystone)

Heute Freitag ist für die Kinder in der Region der letzte Schultag. Jetzt folgen die schönen Wochen des Nichtstuns, der Zeit in der Badi, der Ferienreisen. Für viele Kinder stellt das Ende des Schuljahres auch eine Zäsur dar: Die einen wechseln vom Kindergarten in die Primarschule, die anderen von der Primarschule in die Oberstufe. 

Für die Eltern ist es der Zeitpunkt, um zurückzuschauen. Wie war das doch noch vor zwei Jahren, als der Kleine in den Kindergarten kam? Damals beschäftigte ihn primär die Frage, ob es für die Kindergärtnerin okay ist, wenn er den Teddybär und das Feuerwehrauto mitnimmt. Zwei Jahre später setzt er sich bereits mit den grossen Fragen des Lebens auseinander.

Zu seinem Geburtstag hatte mein Sohn vom Götti einen Globus bekommen. So eine beleuchtete Weltkugel, auf der man in abgedunkelten Räumen auch die Sternbilder erkennen kann. «Ich habe eine Frage...», meinte er neulich beim Betrachten. Ich legte mir bereits eine für einen Siebenjährigen nachvollziehbare Antwort zum Thema «Warum die Erde eine Kugel ist» bereit, er wollte aber etwas anderes wissen: «...wie wechselt man bei dem Globus die Glühbirne?»

Neulich besichtigten wir die Klosterkirche Einsiedeln, ein beeindruckendes Bauwerk barocker Sakralkultur. Mein Sohn bestaunte das hohe Kirchenschiff und die vielen schmucken Verzierungen und Bilddarstellungen. «Ich habe eine Frage...». Ich stellte mich auf eine Antwort aus dem Themenbereich «Gott und die Welt» ein. Wissen wollte er aber: «Wo sind hier eigentlich die Überwachungskameras?»

Ja, die grossen Fragen des Lebens. Mein Sohn scheint bei denen vor allem einen starken Bezug zur Praxis zu entwickeln. Ganz der Pragmatiker...

Autor: Manuel
Reimann