Ex und hopp, aber bitte mit Geschmack

Im Foodblog dreht sich alles ums Essen und Trinken. Heute: Tricks um sich selber gesund abzufüllen.

von
Lea
Chiapolini
Uhr

Mit dem Chromstahlröhrli ist die Grünteemischung flux aus dem grossen Glas geschlürft. (Foto: Jörg Marquardt)

Es ist heiss. Sehr heiss. Eine kurze regnerische Abkühlung reicht nicht aus, um die Temperaturen wirklich zu drücken. Ich fühle mich langsam wie eine ausgetrocknete Rosine statt der einigermassen jungen Traube, die ich doch eigentlich noch wäre. «Genügend trinken!» tönt es von allen Ecken und Enden. Doch ganz ehrlich, nach dem vierten Glas Wasser wird die ganze Aktion bereits etwas öd. Wenn ich schon alle 30 Minuten zur Toilette gehen muss, weil ich so viel Flüssigkeit zu mir nehme, soll der Akt des Trinkens wenigstens Spass machen. Wir brauchen interessanteres Wasser. 

Version 1: Trinkgefäss aufpeppen. Das Schlimmste sind für mich die Einweg-Plastikbecher von unserem Wasserspender im Büro. In die passt erstens nix rein, zweitens fühlen sie sich an den Lippen nicht gut an und drittens wird durch deren Verwendung viel zu viel Abfall produziert. Ich probiere meinen Fussabdruck auf dieser Erde unter anderem dadurch zu verkleinern, dass ich auch bei der Arbeit meine Tasse und meine Gläser habe, die nach dem Gebrauch statt weggeworfen abgewaschen werden. Sollte ja eigentlich für jeden logisch sein. 

Mit dem Röhrli macht trinken gleich doppelt Spass – Hauptsache es ist nicht aus Plastik und wird nach dem Gebrauch weggeworfen. (Foto: Instagram/momentsmarketingphotog)

Auf meinem Schreibtisch stehen dadurch stets zahlreiche Tassen, Gläser plus eine Glasflasche herum – ich glaube mittlerweile habe ich mehr Geschirr im Büro als zu Hause. Die Glasflasche habe ich mir einst speziell zum Geburtstag gewünscht. Denn diese sagt einem bereits, ob man genügend trinkt. Aufgedruckt ist nämlich ein Zeitstrahl: Zuoberst steht 8 Uhr, in der Mitte 10 Uhr und am Boden 12 Uhr. Auf der anderen Seite zuoberst 13 Uhr, in der Mitte 15 Uhr und zu unterst 17 Uhr. Einmal am morgen auffüllen, einmal am Mittag – zack sind bereits zwei Liter getrunken. Und durch die Zeitangabe sieht man genau, ob man mit der Flüssigkeitszunahme im Hintertreffen ist oder nicht. 

Natürlich trinke ich nicht direkt aus der Flasche. Sonst bräuchte ich die zahlreichen Gläser auf dem Tisch ja nicht. Und ich trinke auch nicht direkt aus dem Glas – ich habe meine Röhrli!  Glänzend schön aus Chromstahl und wiederverwendbar. Denn Plastikröhrli machen die Weltmeere kaputt. Wissen wir mittlerweile alle. Hauptsache, der Vorgang des Trinkens wird interessanter, macht im besten Fall sogar Spass und wird dadurch attraktiver und weniger zum «müssen». 

Version 2: Das langweilige Wasser mit Aroma und/oder Farbe versetzen. Denn was beim Gintonic mit Gurke und Pfeffer funktioniert, klappt auch bei Wasser. Der Klassiker: Gurke, Zitrone und Pfefferminz in die Flasche und schon hat man das Gefühl, man nuckelt an einem edlen Drink an der Bar. Gewisse Internetforen weisen diesen Früchtchen ja bisweilen fast magische Kräfte zu: Gurke soll entzündungshemmend wirken, Zitrone sei ein Immun-Booster, Wassermelone und Rosmarin würden die Fettverbrennung ankurbeln, Apfel und Zimt den Stoffwechsel. Mag ja alles sein, aber in erster Linie schmeckts einfach besser. 

Mein Favorit: Grüntee mit Zitrone und Minze. Den Tee bereite ich bereits am Abend zuvor zu, stelle die Flasche über Nacht in den Kühlschrank, damit die ganze Chose am Morgen doppelt erfrischt. Ist die Flasche zur Hälfte geleert, kann einfach Wasser nachgefüllt werden und der Geschmack verteilt sich über den ganzen Tag weiter. 

Eine etwas abgewandelte Version ist ein Smoothie aus Gurke und Melone. Diese bestehen ja sowieso fast zu 100 Prozent aus Wasser. Einfach in einen Mixer werfen, mit ein paar Eiswürfeln zusammen zerkleinern, und schon ist der Smoothie in Variante «light» zum Trinken bereit. 

Was mir an diesen frischen Sommerdrinks am besten gefällt: Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Egal ob Pfirsich, Beeren, Ingwer, Ananas – in der Küche ist immer irgendetwas zu finden, das man ins Wasser mischen könnte. Und seien es nur tiefgekühlte Beeren. Diese wirken dann gleichzeitig als Eiswürfel. 

Mittlerweile kann man «infused water» auch vielerorts kaufen. Aber ganz ehrlich, ich gebe ungern bis zu fünf Franken für einen halben Liter Wasser aus, dessen Geschmack von lampigen Kräuterblättchen und einer geschredderten Gurke stammt, die wohl schon drei Tage in der Flasche liegt. Nicht zu vergessen die grosse Menge an Zucker, die solchen Getränken jeweils zugemischt wird. Zucker habe ich nämlich bei meinen selber zubereiteten Wässerchen nie vermisst. 

Autor: Lea
Chiapolini