Die arme Banane

Im Foodblog dreht sich alles ums Essen. Heute: Die Ehrrettung der langweiligsten und gleichzeitig vulgärsten Frucht.

von
Lea
Chiapolini
Uhr

Bananen tun mir oft leid. Immer müssen sie für zweideutige Gesten oder Sprüche herhalten. Man beziehungsweise Frau muss sich ja direkt schämen, eine Banane in der Öffentlichkeit zu essen. Sie hat keinen guten Ruf, die Arme. Dabei hat sie doch so viel mehr zu bieten als ihre  Form.

Ich muss zugeben, Bananen hingen auch mir irgendwann zum Hals raus. (Ja haha. Reissen Sie sich zusammen.) Bananen, Äpfel, Birnen und im Winter Mandarindli hatte ich nach hunderten von Znünis und Zvieris zu Schulzeiten einfach gesehen. Mit Mandarindlis habe ich mich nach abgeschlossener Schulzeit am schnellsten wieder angefreundet, auch Äpfel und Birnen sind mir mittlerweile wieder sympathisch. Die Banane aber musste lange warten. Und das nicht einmal wegen ihrer Form, die manchen an den Sexualkundeunterricht erinnern mag. Nein, ich fand ihren Geschmack einfach langweilig, ihre Konsistenz ebenfalls uninteressant.

Doch nun ist sie zurück in meinem Leben. Nicht zuletzt genau wegen ihres langweiligen Geschmacks. Denn damit lässt sie sich wunderbar als Substitut für andere, meist eher ungesunde Lebensmittel verwenden. Mein Liebling: Bananenpancakes ohne Zucker und ohne Mehl. Eine reife Banane zerdrücken, mit zwei Eiern mischen, fertig ist der Teig, der dann in kleinen Portionen in der Pfanne zubereitet wird. Die einzelnen Pancakes können genau so schön gestapelt werden, wie die gewohnte Rezeptur, schmecken meiner Meinung nach aber viel besser, sind luftiger und leichter.

Auch bei einem weiteren Frühstücksrezept will ich die Banane nicht mehr missen: Porridge. Eine reife Banane mit dem Mix aus Haferflocken, Milch und Beeren aufkochen und doppelt cremig wird die wunderbare Pampe. Doch nicht nur heiss ist die Banane mein neuer Liebling. Friert man reife Bananen ein, kann man sie danach im Mixer pürieren und hat damit eine wunderbare Grundlage für gesunde Glacés. Diese Zubereitung wird im Internet seit einiger Zeit als «Nicecream» gehypt. Und dies zu recht. Denn der Bananengeschmack tritt einmal mehr in den Hintergrund, gibt primär die Süsse des natürlichen Fruchtzuckers ab. Mitmixen kann man andere gefrorene Früchte, Kakaopulver oder einfach etwas Vanille. Die Möglichkeiten sind endlos und es Wert, sie auszuprobieren. Ich habe mir sogar extra einen grossen Mixer gekauft, um meine gesunden Glacés zubereiten zu können. Die Bikinifigur dankt.

Als Basis für Smoothies, eingewickelt in Speck gebraten zum Apéro, mit Avocado und Kakaopulver als Pudding gemixt – die Banane, der geheime Star in feinen Gerichten. Wie die so oft erwähnte starke Frau hinter jedem starken Mann. Und schon werden bei manchen wieder vulgäre Gehirnverbindungen aktiviert. Ach, die arme Banane.

Autor: Lea
Chiapolini