Aus der Serie «Heaven on earth»

Winterthurerin illustriert Zerrissenheit der Welt

Kathrin Bänziger beschäftigt sich in ihrer Bildserie «Heaven on earth» mit der Zerrissenheit der Welt. Dabei arbeitete die ehemalige Journalistin mit Kontrastbildern.
Zwei ihrer Werke darf die Winterthurerin bald an der Biennale in Bosnien zeigen.

von
Tina
Schöni
Uhr

Was haben Flüchtlingskinder mit Madonna, der Mutter von Jesus Christus, gemeinsam? Sie beide zieren die Bilder der Künstlerin Kathrin Bänziger und verschmelzen darin zu einem Motiv, so dass thematisch «neue verstörende Bilder» entstehen.

Die Kontrastbilder stammen aus der neuen Serie «Heaven on earth» der Winterthurerin. Eine Jury hat zwei der Werke kürzlich auserkoren, um sie im Rahmen der diesjährigen Porträt-Biennale in Tuzla, Bosnien-Herzegowina, zu zeigen. Als einzige Vertreterin der Schweiz erhält Kathrin Bänziger, ehemalige Journalistin, die Gelegenheit mit 163 weiteren Kunstschaffenden aus 43 Ländern vom 17. September bis 2. November ihr Schaffen an einem der wichtigsten kulturellen Events in der Balkan Region auszustellen. Stolz und glücklich sagt sie: «Ich habe mich natürlich sehr gefreut, dass die Jury meine Bilder interessant genug fand, um sie in diesem Rahmen auszustellen.»

«Eine schmerzliche Ambivalenz»

Die auserkorenen Werke bilden zwei Flüchtlingskinder aus unterschiedlichen Zeitepochen ab: eines stammt aus der Zeit des Vietnamkriegs (links), das andere aus Syrien. Überlagert sind sie mit Kontrastbildern: einem Kämpfer, der sich eine Maske über den Kopf gezogen hat und einem Madonnenbild. Illustriert werden soll damit die Zerrissenheit der Welt. Ein Thema, das die Künstlerin beschäftigt: «Die Gegensätze der Welt zwischen Not, Elend, Krieg und Vertreibung sind nebst Hyperwohlstand, Gier und satter (Selbst-)Zufriedenheit für mich nur schwer zu ertragen.»

Um solche «Passionsbilder» zu schaffen, hat Kathrin Bänziger Porträts von Flüchtlingen, Verfolgten, Vertriebenen, Heiligen, Kämpfern und Models bearbeitet und zu neuen Bildern zusammengesetzt. «Durch die Überlagerungen verdichtet sich das Ganze zu einer schmerzlichen Ambivalenz», sagt die Künstlerin.

Als Quelle für ihre Motive nutzte sie das Internet. Die Serie «Heaven on earth» zeigt Aufnahmen aus Vietnam, aus Deutschland, aus Armenien und Syrien, aus Kirchen und Kapellen, aus dem Fitnessstudio und vom Laufsteg.

Autor: Tina
Schöni

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare können nur von registrierten Benutzern erfasst werden. Gehe zur Registrierung.