Winterthurerin macht Kunstbuch über Hanf

Rauschmittel Hanf: Es steckt mehr drin

Katharina Beiersdörfer ist Naturheilpraktikerin und Künstlerin. In ihrem gerade erschienenen Kunstbuch «Hanf wächst» ist sie der Pflanze von der Saat bis zur Ernte gefolgt.

von
Elena
Willi
Uhr

Viel Grün und idyllisches Geplätscher, das ist der Garten von Katharina Beiersdörfer. Die Winterthurerin hat sich vor ihrem Haus ihre eigene kleine grüne Oase geschaffen. «Hier dürfen die Pflanzen einfach wachsen», sagt sie, während sie zwischen den Töpfen durchschlüpft. Die Natur hat einen hohen Stellenwert in ihrem Leben. Deshalb, und wegen ihrer grossen Neugier, sei sie auf die Idee gekommen, sich der Hanfpflanze zu widmen. So hat sie kürzlich sogar ein Kunstbuch dazu veröffentlicht.

«Ich fühlte mich fit wie nie»

Auf einem Markt im österreichischen Salzburg ist die einstige Bündnerin erstmals mit den Hanfsamen als Lebensmittel in Berührung gekommen. «Zu dieser Zeit war es in der Schweiz noch eher verpönt, das Gewächs als Lebensmittel zu verwenden», erinnert sie sich. Dort begegnete sie der Pflanze in der Form eines Getränks, als Öl, als getrockneter Samen und als Pulver. Sie habe sich einen halben Liter Hanfmilch gekauft und diesen während ihrer Heimfahrt in die Schweiz getrunken. «Ich war begeistert, wie sehr mich diese Pflanze nährt.» Auf der ganzen Reise habe das Getränk ihren Hunger und Durst gestillt. «Ich fühlte mich fit wie nie», sagt die Winterthurerin mit einem Lachen. So keimte die Neugier in Katharina Beierdsörfer. Wie wächst Hanf? Und wie sieht eigentlich so ein Hanffeld aus? Diese Fragen wollte die Künstlerin für sich beantworten.

Ein Kunstbuch aus Bildern

«Anfangs hatte ich gar nicht die Idee, ein Buch zu machen.» Eigentlich wollte Katharina Beiersdörfer lediglich der Geschichte des Hanfsamens von der Saat bis zur Ernte folgen. Das Ganze sollte fotografisch festgehalten werden. Als sie immer mehr Leuten von ihrem Projekt erzählte, hatten diese viele Fragen zur Nutzpflanze. «Ich habe gemerkt, wie viele Leute nur einen einseitigen Blick auf Hanf haben», sagt sie. Oftmals werde die Pflanze nur mit dem Gebrauch als Rauschmittel in Verbindung gebracht. «Vielen ist einfach nicht bewusst, wie nahrhaft Hanf ist.» Denn ob als Samen zum Kauen, als Pulver oder Tee. Hanf sei in vielen Formen geniessbar. «Besonders für Sportler ist die Pflanze interessant.» In Pulverform könne es andere Proteinpräparate ersetzten, da es alle essenziellen Aminosäuren enthalte. 

Diesem Unwissen wollte Katharina Beiersdörfer entgegenwirken und mit ihrem Buch die Horizonte erweitern. Vom Frühling bis in den Herbst fotografierte sie die Pflanze. «Zuerst dachte ich, ich müsse dafür nach Österreich reisen.» Doch dann habe sie drei Schweizer Bauern gefunden, die den Hanfsamen anbauten. 

«Ihre Form erinnert an Leben»

In verschieden Wetterlagen und zu den unterschiedlichen Jahreszeiten hat sie das Wachstum der Pflanze festgehalten. «Dabei faszinierte mich immer wieder ihre Form.» Diese ähnle durch die Drehbewegung dem Aufbau unserer DNA. «Ihre Form erinnert mich ans Leben.» 
Auf ihr Buch ist die Winterthurerin stolz: «Ich habe herausgefunden, dass ich jetzt offiziell als Schweizer Kulturschaffende gelte.» Ihr Werk ist bei der Winterthurer Buchhandlung Obergass Bücher erhältlich oder kann direkt über sie bezogen werden. «Das Buch ist kein schnelles Taschenbuch», beschreibt sie. Es sei vielmehr ein Schmuckstück. Der Fotoband endet mit einer Sammlung von selbst geschriebenen Haikus und ein paar Informationen zur Hanfpflanze.

Rezept für Hanfgetränk

Das Hanfgetränk, welches häufig auch Hanfmilch genannt wird, ist ganz leicht selbst herzustellen. Katharina Beiersdörfer hat verraten, wie sie es sich täglich selbst zubereitet. 

2-3 EL Hanfsamen

1 dl Wasser

Die Samen im Wasser einweichen und in einem Schraubglas für 18-24 Stunden stehen lassen. 

Den Inhalt des Glases in ein Sieb kippen und die Samen kurz abspülen. Diese in eine leistungsstarken Mixer geben. Kurz mixen.

Erneut 2 dl Wasser zugeben. 

Nach belieben auch Gewürze beifügen (z.B. Zimt, Kurkuma, Matchapulver, Vanille etc.)

Dann mixen bis die Samen fein sind. 

Nochmals einen halben Liter Wasser beifügen. Geniessen. 

Das Getränk ist im Kühlschrank bis zu zwei Tagen haltbar. Ein Bodensatz wird sich ablösen, dann kann man die Flüssigkeit einfach durch Rühren wieder vereinen. Auch der Bodensatz kann gut getrunken werden.

 

Autor: Elena
Willi

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