Madetswiler Scheunenbrand

Die Brandwache bleibt noch

Sieben verletzte Personen und 18 tote Jungstiere – das ist die traurige Bilanz eines Scheunenbrands in Madetswil. Die Polizei geht von einem Sachschaden in der Höhe von über einer Million Franken aus. Wegen der Feuergefahr muss die Brandruine noch immer überwacht werden.

von
Mike
Gadient
Urs
Weisskopf
Janko
Skorup
Uhr

Samstagmorgen nach dem verheerenden Scheunenbrand in Madetswil: Zwei Brandermittler der Polizei machen sich an einem verbrannten Heugebläse zu schaffen. Jedes verdächtige Detail wird fotografiert. Daneben zeigt sich ein Bild der Verwüstung. Verkohlte Holzträger wurden bereits an einem Ort gestapelt, ein ausgebrannter Traktor ist ebenfalls Zeuge des verheerenden Scheunenbrands.

Waren gestern nach dem Brandausbruch noch rund 100 Personen der Feuerwehr, Polizei und Sanität vor Ort, verringerte sich diese Zahl  je nach Aufgabe, bis um zwei Uhr morgens auf 20 Feuerwehrleute, welche die Brandwache übernahmen.

«Es ist Gott sei Dank ein seltenes Ereignis», sagt Daniel Santschi, Kommandant und Einsatzleiter der Feuerwehr Russikon, am Samstagvormittag. Er ist bereits über 20 Stunden vor Ort.

Wenige Schaulustige

Immer wieder spritzt ein Feuerwehrmann Löschwasser in den Teil, wo noch ein kleiner Rest der Scheune steht. Dort ist man äusserst vorsichtig, da nicht bekannt ist, ob und wann dieser Teil zusammenbrechen wird. Andere beobachten die verschiedenen Stellen der abgebrannten Scheune, um erneute Brandherde zwischen den nassen Heuhaufen orten und löschen zu können.

Da seit dem Brandausbruch kaum Schaulustige die Arbeiten gestört hätten, habe die Feuerwehr ohne Störungen ihre Rettungsarbeiten erledigen können, sagt Santschi. Aufgrund der hohen Gefahr der Brandherde wird die Brandwache noch heute Samstag, eventuell bis morgen Sonntag in Madetswil bleiben. Auch die Brandermittler haben noch einige Arbeit vor sich. Doch sind noch keine Erkenntnisse oder gar Brandursachen bekannt. Der Sachschaden dürfte gemäss Auskunft der Polizei über eine Million Franken betragen.

Gnadenschuss für Jungstiere

Am Freitag gegen 14 Uhr spielten sich auf dem Hof an der Balmwiesenstrasse in Madetswil dramatische Szenen ab. In einer Scheune brach Feuer aus. Die schwarzen Rauchschwaden waren rasch aus weiter Ferne sichtbar. Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr versuchte der  Landwirt, unter Mithilfe von Familienmitgliedern sowie der bereits eingetroffenen Polizeipatrouille sein Vieh aus dem Stall zu retten. Sämtliche Kühe, Rinder und Kälber wurden auf einer Weide in Sicherheit gebracht.

Jedoch konnten 18 Jungstiere nicht mehr rechtzeitig aus dem Stall geführt werden. Sie starben aufgrund des Brandes, wie die Kantonspolizei Zürich informiert. Dieter Hohmann, Einsatzleiter der zur Unterstützung herbeigeeilten Stützpunktfeuerwehr Uster, ergänzt auf Anfrage von Züriost, dass einige Jungstiere von Mitarbeitern des Grosstierrettungsdiensts in Form eines Gnadenschusses von ihren Qualen erlöst werden mussten.  «Der Umgang mit jungen Munis ist nicht ungefährlich. Deswegen waren sie nicht einfach zu retten», sagt Hohmann.

(Video: Christian Merz)

 

Sieben Verletzte 

Bei der Rettungsaktion zogen sich sieben Personen, darunter auch der Bauer und zwei Polizisten, Verletzungen zu. Alle Beteiligten wurden zudem wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung in umliegenden Spitälern untergebracht. Nebst der Kantonspolizei Zürich und der Staatsanwaltschaft See/Oberland standen im Einsatz:

  • Die Feuerwehren von Russikon, Hittnau, Wila und Uster
  • Drei Ambulanzfahrzeuge des Spitals Uster
  • Ein Notarzt von Regio 144
  • Eine Tierärztin
  • Der Grosstierrettungsdienst

«Fast 100 Personen waren vor Ort», sagt Daniel Santschi, Kommandant der Russiker Feuerwehr. Als ihn Züriost am Freitagabend gegen 18 Uhr auf dem Handy erreicht, ist für ihn bereits klar: «Die Aufräumarbeiten werden die ganze Nacht über andauern.» In Kleinstarbeit muss die Feuerwehren Brandschutt und vor sich hinmottendes Heu auseinandernehmen.

Funkenflüge verhindert

Ein Anwohner berichtet, dass die Flammen bis zu zehn Meter hoch in den Himmel geschossen seien. Er habe dann seinen Gartenschlauch bereitgelegt, um sein Haus schützen zu können, falls der Wind die Flammen bis zu ihm getragen hätte. «Zum Glück war es aber fast windstill», sagt der Anwohner.

Ausserdem habe die Feuerwehr die umliegenden Häuser rasch geschützt und den Brand gut unter Kontrolle gebracht. Dieter Hohmann sagt, dass die Schwierigkeiten während der Löscharbeiten darin lagen, Funkenflüge zu verhindern. Gerade bei der anhaltenden Trockenheit galt es, das Feuer so gut wie möglich unter Kontrolle zu halten. 

Autor: Mike
Gadient
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